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Jan 17

Königsberg – Erinnerung an eine deutsche Stadt…

KoenigsbergKönigsberg, das war die Hauptstadt Ostpreußens, Königsberg, das war die preußische Krönungsstadt.  Königsberg, das war und bleibt für jeden, der diese Stadt kennt immer etwas ganz Besonderes.

Und darum wollen wir heute dieser Stadt gedenken, die auf eine fast 700-jährige deutsche Geschichte zurückblicken kann – auch wenn sie heute nicht mehr das alte Königsberg ist.

Um 1240 lagen 7 km von der Mündung des Flusses Pregel in das Frische Haff die Prußenfliehburg Tuwangste, ein Fischerdorf Namens Lipnick und ein Ankerplatz (portus Lipze). Lübecker Siedler beabsichtigten schon 1242 in dieser Gegend eine Stadt zu gründen, was nicht gelang. Im Jahr 1255 errichtete der Deutsche Orden eine Burg an der Stelle der Feste Tuwangste, die zu Ehren des Böhmenkönigs Ottokar II., der bei der Eroberung des Samlandes beteiligt war, Conigsberg genannt wurde.

Nach Ausbau in Stein wurde die Burg Komtursitz und seit 1312 Sitz des Obersten Marschalls. Von Anfang an war Königsberg Sitz des Domkapitels des Bistums Samland und seit 1457 Sitz des Hochmeisters des Ordens.

Die älteste Siedlung auf diesem Gebiet entstand in der Gegend des späteren Steindammes und wurde während des Prußenaufstands 1262 komplett zerstört. Danach entstanden hier drei Siedlungen, die rasch das kulmische Stadtrecht bekamen: die Altstadt, zwischen der Burg und Fluss (1286), der Löbenicht (nova civitas, also Neustadt) östlich der Altstadt (1300) und der Kneiphof (Knypabe) auf der Pregelinsel (1327) – jede mit eigenen Befestigungen, Märkten und Kirchen.

Von 1525 bis 1618 war Königsberg die Residenzstadt des Herzogs und Hauptstadt des Herzogtums Preußen. Seit 1544 hatte Königsberg eine Universität, die von Herzog Albrecht gegründete Albertina, die sich zu einem in ganz Europa bekannten Standort humanistischer Wissenschaft und protestantischer Theologie entwickelte. Sie war Alma Mater des in Königsberg geborenen Philosophen Immanuel Kant, der 50 Jahre lang mit der Universität verbunden war und dessen Grabdenkmal sich am Königsberger Dom befindet.

Ein zentrales historisches Ereignis, nicht nur für die Stadt oder die Region Ostpreußen, sondern vielleicht für Europa im Allgemeinen war der 18. Januar 1701, als sich im Domgebäude Kurfürst Friedrich III. zum König “in” Preußen krönte und damit das Königreich Preußen aus der Taufe hob.

Königsberg hatte stets eine starke Garnison und war später Sitz des Generalkommandos des I. Korps.

Die schnelle Entwicklung verdankt die Stadt dem Hafen und dem Handel, der von der Korporation der Kaufmannschaft (seit 1624 mit Sitz in der sog. Sommer Börse an der Grünen Brücke, später in der Börse am Südufer der Pregel) gesteuert wurde. Im 19. Jh. entwickelte sich die moderne Industrie in der Stadt. Damals entstanden: die Waggonfabrik Union (gegr. 1824), die Schichau-Werft, zwei Zellstofffabriken, Maschinen-, Textil-, Holz- und Lebensmittelfabriken, einige Mühlen und Ziegeleien. Nach dem Bau der Ostbahnlinie Berlin – Königsberg (1853), dem Anschluss an das russische Bahnnetz (1860) und mit dem neuen Seekanal nach Pillau (1890–1901), kam es zur noch schnelleren Entwicklung der Stadt. Enorm entwickelte sich vor allem der Landhandel.

Königsberg war vor dem 2. Weltkrieg Sitz einer Universität, einer Kunstakademie, einer Handelshochschule, einer Staatlichen Kunst- und Gewerkschule, einer Staatsbauschule und vieler allgemein bildenden Schulen. Es gab hier eine Oper, ein Theater, das Staatsarchiv, zahlreichen Museen und Bibliotheken, z.iB. die berühmte Silberbibliothek Herzog Albrechts. Auf dem Stadtgebiet standen 25 protestantische, katholische und israelitische Kirchen.

Im Zweiten Weltkrieg kam es nach Kriegsbeginn mit der Sowjetunion schon am 23. Juni 1941 zu einigen Bombenangriffen auf Königsberg durch die sowjetische Luftwaffe, die mit dem Verlust der Flugplätze infolge des schnellen Vorrückens der deutschen Wehrmacht allerdings bald zum Erliegen kamen. In den Jahren danach blieb Königsberg aufgrund seiner entfernten Lage im Nordosten des Deutschen Reichs lange Zeit von unmittelbarer Luftkriegseinwirkung verschont. Massive Luftangriffe auf Königsberg erfolgten jedoch in den Nächten vom 26. zum 27. August 1944 sowie insbesondere vom 29. zum 30. August 1944 durch britische Bomberverbände. Insbesondere die in der zweiten Nacht abgeworfenen 480 Tonnen phosphorgefüllten Stabbrandbomben und Sprengbomben zogen starke Zerstörungen nach sich. Weite Teile Königsbergs brannten über mehrere Tage. Der Stadtkern, bestehend aus den historischen Stadtteilen Altstadt, Löbenicht und Kneiphof wurden vollständig zerstört. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden der Dom, das Schloss, sämtliche Kirchen der Innenstadt, die alte und die neue Universität sowie das alte Speicherviertel. Etwa 200.000 Königsberger waren im Ergebnis der Bombenangriffe obdachlos geworden.

Die zur “Festung” erklärte Stadt fiel im April 1945 an die Rote Armee. Nicht alle Deutsche waren bis dahin geflohen. Von den zurückgebliebenen ca. 100.000 Königsbergern starben viele an den widrigen Lebensumständen oder wurden zwangsumgesiedelt. Im Gegenzug erfolgte die Zwangsansiedlung sowjetischer Bürger in das (seit 1946 so genannte) Kaliningrad.

Hier nun noch ein kleiner Film, der uns das alte Königsberg zeigt:

1 Kommentar

  1. Geste

    Wunderschön der Film! Um all das hat man uns, die wir während des Krieges noch Kinder waren, beraubt! Diejenigen die dort ihre Heimat hatten, wurden gewaltsam vertrieben! Wir, die wir im Westen, Westfalen großgeworden waren, waren durch die willkürliche Grenze gehindert, das Land, das auch zu unserer Heimat gehörte, dieses Land zu besuchen, dort Urlaub zu machen, wie wir es sonst getan hätten. Wir bekamen nie die Change dieses Land, wie es ursprünglich war, kennenzulernen. Im vergangenen Jahr waren wir in Korswandt, unterhalb der Kaiserbäder. Unter anderem haben wir auch Swinemünde besucht! Ein seltsames Gefühl. Wir sind in einer deutschen Stadt und doch fremd. Um uns herum. Menschen, die wir nicht verstehen und deren Sprache uns fremd ist. Als wir vor einigen Jahren die Heimat meiner Frau in Hinterpommern aufgesucht hatten, erging es uns genau so! Wir waren im eigenen Land und doch fremd, wie ausgestoßen!

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