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Jan 10

Die Weiber von Weinsberg

WeinsbergDa in Deutschland die deutsche Geschichte in den Schulen nicht mehr gelehrt wird sondern dort nur noch böse Hetzmärchen in Kinderhirne gestopft werden soll hier einmal an Stück deutscher Geschichte erinnert werden, von der heute unsere Politiker viel lernen könnten:

"AIs König Conrad III. den Herzog Welf geschlagenweinberg-2 hatte (im Jahr 1140) und Weinsberg belagerte, so bedingten die Weiber der Belagerten die Übergabe damit: daß eine jede auf ihren Schultern mitnehmen dürfte, was sie tragen könne. Der König gönnte das den Weibern. Da ließen sie alle Dinge fahren, und nahm ein jegliche ihren Mann auf die Schulter und trugen den aus. Und da des Königs Leute das sahen, sprachen ihrer viele, das wäre die Meinung nicht gewesen, und wollten das nicht gestatten. Der König aber schmutzlachte und tät Gnade dem listigen Anschlag der Frauen: ‚Ein königlich Wort‘, rief er, ‚das ein Mal gesprochen und zugesagt ist, soll unverwandelt bleiben.’"

Adelbert von Chamisso schrieb 1831 die Ballade – hier musikalisch interpretiert…

Die Weiber von Winsperg

Der erste Hohenstaufen, der König Konrad, lag
mit Heeresmacht vor Weinsberg seit manchem langen Tag;
der Welfe war geschlagen, noch wehrte sich das Nest,
die unverzagten Städter, die hielten es noch fest.

Der Hunger kam, der Hunger! das ist ein scharfer Dorn;
nun suchten sie die Gnade, nun fanden sie den Zorn.
"Ihr habt mir hier erschlagen gar manchen Degen wert,
und öffnet ihr die Tore, so trifft euch doch das Schwert."

Da sind die Weiber kommen: "Und muß es also sein,
gewährt uns freien Abzug, wir sind vom Blute rein."
Da hat sich vor den Armen des Helden Zorn gekühlt,
da hat ein sanft Erbarmen im Herzen er gefühlt.

"Die Weiber mögen abziehn, und jede habe frei,
was sie vermag zu tragen und ihr das Liebste sei!
Laßt zieh’n mit ihrer Bürde sie ungehindert fort!"
Das ist des Königs Meinung, das ist des Königs Wort.

Und als der frühe Morgen im Osten kaum gegraut,
da hat ein selt’nes Schauspiel vom Lager man geschaut:
Es öffnet leise, leise sich das bedrängte Tor,
es schwankt ein Zug von Weibern mit schwerem Schritt hervor.

Tief beugt die Last sie nieder, die auf dem Nacken ruht,
sie tragen ihre Männer, das ist ihr liebstes Gut.
"Halt an die argen Weiber!" ruft drohend mancher Wicht;
Der Kanzler spricht bedeutsam: "Das war die Meinung nicht."

Da hat, wie er’s vernommen, der fromme Herr gelacht:
"Und war es nicht die Meinung, sie haben’s gut gemacht;
gesprochen ist gesprochen, das Königswort besteht,
und zwar von keinem Kanzler gedeutelt und zerdreht."

So war das Gold der Krone wohl rein und unentweiht.
Die Sage schallt herüber aus halbvergess’ner Zeit.
Im Jahr elfhundertvierzig, wie ich’s verzeichnet fand,
galt Königswort noch heilig im deutschen Vaterland.

"Die Weiber von Weinsberg", 5 out of 5 based on 11 ratings.

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